Hirntumorforum und Hirntumor-Chat

Hirntumor: Informationen und Hilfe für Betroffene und Angehörige

Misteltherapie

Weitere Möglichkeiten der Therapie ohne eigenes Unterforum. Z.B. auch H15 (Weihrauch), Selen, Misteltherapie, Ernährung oder Krebsimmuntherapie

Misteltherapie

Beitragvon Echium » Do 22. Okt 2009, 12:31

Geschichte der Misteltherapie

Die Mistel, die schon die Römer als heilige Pflanze betrachteten, wird seit dem Mittelalter therapeutisch genutzt, jedoch erst durch Rudolf Steiner in der Krebsmedizin. Vorher war sie ein Heilmittel beispielsweise gegen den Schlaganfall oder die Epilepsie mit ihren erschreckenden Begleitumständen, eine für die damalige Zeit rätselhafte Erkrankung. Auch diente sie als Aufbaumedikament und zur sogenannten Blutreinigung.
Heute davon übrig geblieben ist die Mistel in Form von Teezubereitungen, die eine milde antihypertensive Wirkung entfalten, und zur oralen Anwendung in Tablettenform zur Behandlung des Bluthochdruckes. Hier hat sie jedoch nur eine milde Wirkung, ein richtiger Hypertonus kann durch diese Medikamente nicht behandelt werden.

Um 1904 gab Rudolf Steiner in einem Vortrag die ersten Hinweise auf die Mistel als eine besondere Pflanze und als Heilmittel. 1.917 , also vor 90 Jahren, empfahl er dann erstmals der in Zirich praktizierenden Arztin Ita Wegman die Injektion von Extrakten aus der Mistelpflanze zur Behandlung der Krebskrankheit.
Ita Wegman nahm die Empfehlung auf und entwickelte zusammen mit einem Apotheker das erste Mistelpräparat, mit dem sie dann überraschende Erfolge bei Krebspatienten hatte. Rudolf Steiner gab bis zu seinem Tode weitere Empfehlungen zur Mistel als Heilpflanze, zur Krebskrankheit und zur therapeutishen Anwendungen. Diese umfassenden Empfehlungen werden heute noch ausgearbeitet.
Wer immer ein Ziel vor Augen hat, um das zu kämpfen sich lohnt, der lebt.
Emil Oesch
Benutzeravatar
Echium
 
Beiträge: 88
Registriert: So 4. Okt 2009, 20:27
Wohnort: Sassnitz (Heimat) und Emden (Studium)

Re: Misteltherapie

Beitragvon Echium » Do 22. Okt 2009, 12:51

Wirkprinzipien der Misteltherapie

Insgesamt unterscheiden man vier verschiedene Wirkprinzipien der Misteltherapie:
1. Wirkung auf das Immunsystem
2. Wirkung auf die Tumorzelltoxizität
3. Wirkung auf die Erbsubstanz
4. Wirkung auf die Psyche.
Diese vier Wirkungen sind für eine Krebstherapie unabdingbar. So wirkt die Mistel zum einen auf das Immunsystem, indem sie B -Zellen,T-Zellen, Zytokine, Granulozyten, Naturalkillerzellen sowie Monozyten und Makrophagen stimuliert. Zum anderen wird durch Mistellektine und Viscotoxine die Tumorzelltoxizität ausgelöst im Sinne einer vermehrten Apoptose von Tumorzellen und im Auftreten einer Tumorzellnekrose. Die Wirkung auf die Erbsubstanz besteht in einer Stabilisierung der DNA.
Die Wirkung auf die Psyche wird vermittelt durch die vermehrte Ausschüttung von Beta-Endorphinen und verwandten Substanzen. Weiterhin docken einzelne Mistelinhaltsstoffe an den Serotinrezeptoren im Gehirn an. Dies führt dazu, dass sich viele Krebspatienten unter einer Misteltherapie deutlich besser fühlen.
Wer immer ein Ziel vor Augen hat, um das zu kämpfen sich lohnt, der lebt.
Emil Oesch
Benutzeravatar
Echium
 
Beiträge: 88
Registriert: So 4. Okt 2009, 20:27
Wohnort: Sassnitz (Heimat) und Emden (Studium)

Re: Misteltherapie

Beitragvon Echium » Do 22. Okt 2009, 13:34

Wie kann man sich die immunologischen Wirkungen der Misteltherapie vorstellen?

Dazu muss man zunächst davon ausgehen, dass in der Mistelpflanze über 1000 Inhaltsstoffe analysiert worden sind. Wichtig sind folgende Punkte:

1. Die Mistel ist die DNA-reichste Blütenpflanze überhaupt.
2. Die Mistel enthält etwa 600 verschiedene Eiweißstoffe, wobei das Proteinmuster vom Wirtsbaum und vom Geschlecht der Mistel abhängig ist.
3. Im Gesamtextrakt finden wir über 20 verschiedene Lektine, wobei die Hauptlektine I, II, III und IV durch Unterlektine (Isolektine) ergänzt werden.
4. Die Viscotoxine sind ebenfalls in größerer Anzahl, wahrscheinlich in mehr als sechs Varianten, enthalten.
5. Der Gesamtextrakt enthält eine Vielzahl verschiedener Enzyme.
6. Man findet einen hohen Gehalt an Thiolen, also schwefelhaltigen Verbindungen.
7. Der Gesamtextrakt enthält zehn verschiedene Fette.
8. In neuerer Zeit wurden vier verschiedene Phytosterole entdeckt.
9. 20 verschiedene Flavonoide sind bislang entdeckt worden.
10. Man unterscheidet 15 verschiedene Phenylpropane.
1 1. Die Mistel enthält zahlreiche Mineralien, z. B. Kalium und Phosphate.
12. Trotz dieser zahlreichen bekannten Inhaltsstoffe gibt es viele Bestandteile, die noch genau definiert und untersucht werden müssen.

Die genannten Inhaltsstoffe haben eine Vielzahl immunologischer Wirkungen, wobei die der Lektine am besten untersucht sind. Folgende Wirkmechanismen sind bislang bekannt:


1. Makrophagenakdvierende Wirkung von Mistellektin I
2. Freisetzung von Interleukin 1 und Interleukin 2 aus mononukleären Zellen
3. Freisetzung von C-reaktivem Protein
4. Freisetzung von TNR IL-I, IL-2 durch Mistelpräparate
5. Bildung von Anti-ML-Antikörpern im verlauf der Misteltherapie
6. Freisetzung von Interleukin 6, Interleukin 8 durch Mistellektin I
7. Beeinflussung der immunologischen Parameter durch Mistellektin I
8. Induktion von CRP durch Mistellektin I
9. Induktion von Interleukin 2-Rezeptoren auf den immunkompetenten Zellen
10. Thymozyten-Proliferation und TH-Zellen-Anstieg in vivo
11. Endorphin-Freisetzung
12. Erhöhung der zytotoxischen Aktivität von Leukozyten bei Tumorpatienten
13. Induktion von H2O2 im neutrophilen Granulozyten
14. Aktivierung der Naturalkillerzellen
15. Freisetzung des makrophagenstimulierenden Faktors
16. Anstieg der Phagozytose-Aktivität der Granulozyten
17. Inhibierung der Serotonin-Freisetzung im Sinne einer Modulation
1 8. Hyperplasie des Thymus im Tierversuch
19. Massive Aktivierung der eosinophilen Granulozyten
20. Ausschüttung von sowohl zytotoxischen als auch immunregulierenden Faktoren aus den eosinophilen Granulozyten

Diese Aufzählung zeigt, welche immunwirksamen Mechanismen der Mistelprdparate heute schon bekannt sind. Die Forschung geht intensiv weiter und offenbart immer mehr interessante Inhaltsstoffe in den entsprechenden Präparaten.

Wichtig dabei ist zu wissen, dass es sich bei der stimulierenden Wirkung der Misteltherapie immer auch um eine modulierende handelt. Das heißt, dass vermindert sezernierte Immunbotenstoffe vermehrt gebildet und überhöhte auf Normalwerte heruntergedrückt werden.
Dies ist insofern von Bedeutung, als die Immunbotenstoffe in unterschiedlicher Konzentration unterschiedliche Wirkungen haben. So ist zum Beispiel das Interleukin 6 tumorzellfördernd,
wenn es in überhöhten Dosierungen abgegeben wird. Insbesondere Melanomzellen, Ovarialkarzinom- und Kolonkarzinomzellen sowie Zellen des malignen Melanoms könnten dadurch stimuliert werden. Dies ist im Reagenzglas auch so nachgewiesen. Im lebenden Organismus zeigt sich jedoch eine modulierende Wirkung der Mistelpräparate, die dazu führt, dass das Interleukin 6 zum Beispiel von hohen auf sehr niedrige Werte gebracht wird. Bei Patienten unter Chemotherapie können zum Beispiel überhöhte Interleukin 6-\7erte gemessen werden und bestimmte Zelllinien trotz Chemotherapie eine Progression aufweisen. Unter einer gleichzeitigen Misteltherapie kehrt das überhöhte Interleukin 6 in den Normalbereich zurück, sodass für diese Patienten keinerlei Gefahr besteht.
Wer immer ein Ziel vor Augen hat, um das zu kämpfen sich lohnt, der lebt.
Emil Oesch
Benutzeravatar
Echium
 
Beiträge: 88
Registriert: So 4. Okt 2009, 20:27
Wohnort: Sassnitz (Heimat) und Emden (Studium)


Zurück zu Weitere Therapieansätze



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste

cron