Kein Tabu mehr: Strahlentherapie kann wiederholt werden
Langzeitstudien belegen Erfolg bei vielen Tumorarten
Berlin, September 2008 – Lange Zeit galt: Eine Strahlentherapie - fester Bestandteil
der Behandlung vieler Krebsleiden - kann nicht wiederholt werden. Dieser generelle
Ausschluss ist nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie
(DEGRO) nicht länger aufrechtzuerhalten. Langzeitstudien zeigen, dass bei vielen
Patienten eine erneute Bestrahlung desselben Organs möglich ist, ohne dass gehäuft
Nebenwirkungen auftreten. So ist die erfolgreiche Durchführung einer wiederholten
Strahlentherapie unter anderem bei Hirn- und Kopf-Hals-Tumoren, aber auch bei
Brustkrebs, Lungenkrebs und dem Prostatakarzinom belegt.
Neue Techniken haben die Strahlentherapie in den letzten Jahren deutlich verbessert,
erklärt Professor Dr. med. Volker Budach, Präsident der DEGRO und Chefarzt an der
Klinik für Strahlentherapie der Berliner Charité: „Moderne Geräte ermöglichen eine
punktgenaue, sogenannte stereotaktische Bestrahlung. Die Strahler rotieren während der
Behandlung um den Körper des Patienten. Sie fokussieren die Strahlung besser als bisher
auf den Tumor. Umliegendes Gewebe bleibt weitgehend verschont.“ Auch die Aufteilung
der Strahlendosis auf mehrere Tage oder Wochen hat die Strahlenrisiken vermindert. Eine
weitere schonende Methode ist das zeitweilige Einbringen der Strahlenquelle in den
Körper – die Brachytherapie.
„Vor diesem Hintergrund ist eine erneute Strahlentherapie – eine sogenannte Re-
Bestrahlung – längst kein Tabu mehr. Natürlich lassen sich die gleichen Körperteile nicht
unbegrenzt bestrahlen. Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass sich viele Zellen von
einer Erstbestrahlung erholen”, erklärt Prof. Budach. In diesem Fall können Ärzte nach
Monaten oder Jahren eine weitere Strahlentherapie durchführen. Eine Re-Bestrahlung kann
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zum Beispiel zum Einsatz kommen, wenn Patienten nach einer überstandenen
Krebserkrankung erneut ein Tumorleiden entwickeln. „Ein absolutes Verbot einer erneuten
Bestrahlung würde diesen Menschen eine Therapie vorenthalten, die ihre Lebensqualität
verbessern und in einigen Fällen den Krebs besiegen kann”, so Budach.
Pressemitteilung von der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie
Quelle: http://www.degro.org/dav/html/presse/Re ... g-0908.pdf