Ein Engel geht auf Reisen... http://www.dirkschaupp.de
Ich möchte Ihnen die Geschichte einer unglaublichen Liebe erzählen die selbst die Ewigkeit überlebt.
Eine Geschichte von zwei Menschen die sich nie verloren gefühlt haben und immer jede Minute mitteinander eins waren. Seelenverwante vom ersten Tag an... Unsere Geschichte!
Mein Mann hat ein Oligoastrozytom Grad III das sich mit der Zeit wandelte zu einem Glioblastom.
Ich lernte meinen Mann bei meinen Eltern im Geschäft kennen. Er stieg aus dem Auto aus auf der anderen Straßenseite und ich wusste in diesem Moment das ist die Liebe meines Lebens.
Natürlich wusste ich nicht ob er Familie hat oder auf der durchreise war - es war einfach Liebe auf den ersten Blick.
Nicht unbedingt von seiner Seite aus - dass dauerte doch etwas länger aber da seine Eltern ebenfalls ein Geschäft im gleichen Ort hatten sahen wir uns ab da öfter.
Er war immer sehr zurückhaltend und es fiel mir sehr schwer ihm nicht gleich immer um den Hals zu fallen. Ich war ja schließlich schon verliebt.
Familienverhältnisse hatten wir auch geklärt wir waren beide frei. Also nach langen hin und her lud ich mich einfach mal selber bei Ihm zuhause ein.
Er war sehr erstaunt als ich ohne Termin bei Ihm zuhause vor der Tür stand. Ich kam in seine Wohnung die Er gerade erst gekauft hatte und ich wusste gleich hier will ich bleiben. Er hatte einen exzellenten Geschmack.
Und dieser Duft in der Wohnung... einfach wundervoll. Wir haben uns gemeinsam etwas gekocht. Bessergesagt ich habe mich um den Wein gekümmert und er hat gekocht.... Es war so vertraut von Anfang an.
Also blieb ich über Nacht. Und dann für immer. Ich bin zwei Tage später eingezogen und ab da waren wir unzertrennlich.
Seine Krankheit hat er mir am 2 abend gebeichtet. Er trank keinen Alkohol und nahm viele Tabletten. Nachdem er mir alles erzählt hatte meinte mein Mann ich sollte mir jemand suchen der gesund und munter ist.
Er wird keine 38 Jahre alt. Also ich soll doch einfach gehen und ihn in Ruhe lassen. Ich machte ihm nur ein mal während unsere Ehe klipp und klar dass ich ihn niemals verlassen werde und die Krankheit für mich kein Grund wäre davon zu laufen. Ab da hatte er kapiert das ich ihn unterstützen werde wo ich nur kann.
2000 die erste Op. Dann hatten wir vier Jahre ruhe. Wir haben es uns immer gut gehen lassen und wir mussten nicht auf´s Geld schauen. Also genossen wir unsere Zeit. Wir haben geheiratet. 2004 dann eine weiter Op weil wieder was nachgewachsen ist. Es ist so als würde Dir jemand die Luft zum atmen nehmen. Wir haben uns. Und wir müssen trozdem dankbar sein für jeden Tag den wir erleben. Unser empfinden uns gegenüber wurde immer stärker und wir fühlten dort zum ersten Mal das wir Seelenverwandte sind. Wir mussten uns nur anschauen mit nur einem Blick und wir waren eins. 2006 ist dann wieder was nachgewachsen und es folgte die Chemotherapie mit Temodal. Die Anfangszeit ging es sehr gut doch dann haben wir das klassische Chemotherapiechema mitgemacht. Nur Schmezen , Übelkeit und keine Kraft mehr zu gar nix , offene Haut, ....
Eine Reihe von endlosen Auflistungen wäre hier nötig um alles zu erwähnen aber es hat was gebracht. Wir hatten bis 2008 wieder Ruhe. 2008 kam dann wieder der nächste Schock.
Im Februar 2008 wurde mein Mann dann operiert und im März 2008 kam unsere Tochter auf die Welt. Dann kam die Bestrahlung ins Spiel. Mit Mann und Kind gings jedentag in die Klinik. Ab dieser Op war mein Mann nicht mehr der Selbe. Zumindest äußerlich. Im Innersten war er immer noch der Selbe geblieben -zu mindest für uns. Dirk hat sich glaube ich zu diesem Zeitpunkt schon angefangen zu verabschieden. Er hatte starke Lähmungen und auch Doppelbilder und Übelkeit trotz OP. Er kam nach Konstanz in die Schiederklinik und war dort für 8 Wochen. Ich habe mich mit unserem 3 monate alten Baby im Hotel danneben eingemietet und Ihn unterstützt wo ich nur konnte. Wir hatten sehr viel Hilfe von allen Menschen die uns begegnet sind. Meine Eltern , seine Eltern alle Freunde, selbst in der Klinik wurden extra Schichten eingeteilt für´s Babysittung unserer Tochter. Damit wir soviel wie möglich üben oder miteinander sprechen konnten. Das happerte seit der Op ebenfalls ein wenig. War aber nach unsere Rückkehr von Konstanz wieder hergestellt. Er schlief nicht mehr und er war sehr hilflos. Er hat seine innere Mitte verloren und das brachte Ihn um den Verstand. Also ob das nicht genug gewesen wäre haben wir 2008 im Oktober noch eine CT und MRT Untersuchung gehabt wo wir wieder mal auf den Boden der Tatsachen geholt worden sind. Wieder nachgewachsener Tumor. Und er braucht unbedingt wieder eine Op. Zumahl jetzt auch was am Kleinhirn war und man Ihn am 18. November und am 28. November operiert hat. Mein Gott hatten wir Angst dass er uns einfach verlässt während einer Op. Aber er hat alles gut überstanden. Ab da konnte er nur nicht mehr laufen. Aber was solls haben wir uns gedacht. Ein Rollstuhl gegen den Tod ist besser. Wir haben uns sehr schnell an die neue Situation gewöhnt und wir waren sehr glücklich uns zu haben. Doch es wurde immer schlimmer. Er konnte irgendwann nichts mehr selber machen. Also haben wir alles umgebaut bei uns zuhause und sind in dieser Zeit zu meinen Eltern gezogen. Wir haben meinen Mann alleine im Kreise der Familie gepflegt und gehegt und wir hatten viel Hilfe von unseren Freunden.
Im Mai 2009 sprach er mit mir über den Tod. Es war quasi sein Lieblingsthema. Er wollte unbedingt vorher gehen bevor er seine letzte Würde verlieren würde. Er hat mich angefleht ihn gehen zu lassen. Ich habe mich die erste Zeit strickt dagegen gewehrt und habe ihn regelrecht angebrüllt was ihm eigentlich einfällt uns zurück zulassen. Er blickt mich in dieser Zeit nur einmal an und sagte ganz klar und lieb: Ich möchte nicht sterben aber ich muss. Diesen Unterschied solltest Du merken. Ich habe keine Angst vor dem Tod aber ich habe Angst Euch zurück lassen zu müssen. Er würde unsere Tochter gerne aufwachsen sehen. Er würde sie gerne begleiten wollen in Ihrem Leben aber er kann es nicht mehr von hier unten aus, sondern nur vom Himmel aus. Er meinte er wird bestimmt Ihr Schutzengel. Er wird immer ein Auge auf uns werfen aber ich soll ihn bitte gehen lassen. Bitte lass mich gehen....
Es war Mittwoch. 27. Mai 2009. Wir waren alle da. Eltern , Schwiegereltern, Geschwister, Schwager und Schwägerin und seine Tochter. Mein Mann lag bei mir im Arm. Unsere Tochter im anderen.
Da lagen wir nun zu dritt und allle anderen um uns herum. Wir hatten soviel Glück und sind alle sehr dankbar, dass wir diesen Moment mit Ihm teilen durften. Er blickte uns alle noch einmal an. Nahm meine Hand in die seine. Griff nach unsere Tochter legt sie auf sich. Und blickte mir in die Augen. Dann war er weg. Er ist am 27. Mai 2009 gestorben. Er war ein so wundervoller Mesch und ich bin dankbar dass wir uns gefunden haben.
Wir werden uns wieder sehen. Für mich persönlich war es das Größte, dass ich seinen Wunsch respektieren konnte. Ich konnte ihm helfen in dem ich ihn gehen ließ.
Helfen auch Sie Ihren Angehörigen wenn es Zeit dafür ist los zu lassen..........
Einer wundervollen Liebe und Ihrer Ewigkeit gewittmet...
... Hannah Sophie´s Papa und wundervollem Schutzengel!!!