Über 50 % aller Hirntumorpatienten werden strahlentherapeutisch behandelt, entweder primär (in Kombination mit z.B. Chemotherapie oder alleinige Strahlentherapie) oder im weiteren Verlauf der Behandlung (bspw. Rezidive).
Vor Beginn einer Radiotherapie sollte laut „Principles and Practice of Radiation Oncology“ (2004) 5 grundlegende Fragen geklärt werden:
1)Indikation
- beinhaltet die tumorspezifische, aktuelle Datenlage
2)Zielsetzung
a) kurativ: Heilung, Fortschreiten der Krankheit verhindern (Vorhandensein von Nebenwirkungen)
b) palliativ: keine Heilung, dafür Steigerung der Lebensqualität (Nebenwirkungen werden so gering wie möglich gehalten)
3)Zielvolumen
- wird unterschieden in Onkologisches Volumina (Tumorvolumen und Tumorausbreitungsgebiet) und Strahlenherapeutisches Volumina (umschließt
Onkologisches Volumina bis hin zum bestrahlten Volumen)
Um sicherzustellen, dass das Gewebe im Zielvolumen überall die verordnete Dosis erhält, muss ein geometrisch größerer Bereich in der Therapieplanung
berücksichtigt werden. Die Gründe hierfür sind:
- Variation der Bestrahlungsgeometrie
- Bewegungen des Gewebes
- Variation der Lage und Größe
Bei der Festlegung dieses Volumens müssen somit systematische und zufälligen „Fehler“ mitberücksichtigt werden.
4)Bestrahlungstechnik
5)Dosis und Fraktionierung
- ist abhängig vom Zielvolumen
- herkömmlich fraktionierte Strahlentherapie ist meist 5 Sitzungen pro Woche á 1,8 – 2,0 Gy (insgesamt meist 30 Sitzungen)
- beträchtiliche Vielfalt hinsichtlich der Dosis und Fraktionierung besteht (Einzelbestrahlung, Hypofraktionierung)