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Koffein gegen Glioblastom

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Koffein gegen Glioblastom

Beitragvon Olli » Di 2. Feb 2010, 14:29

Zumindest bei Mäusemodellen konnten koreanische Wissenschaftler zeigen, dass Koffein gegen das Glioblastom wirkt und die Überlebenswahrscheinlichkeit deutlich erhöht.

Koffein ist ein Stimulans und ein gebräuchlicher "cognitive enhancer". Der Wirkstoff, der vor allem in den Genussmitteln Kaffee und Tee enthalten ist, macht nicht nur munterer und steigert die Konzentration, sondern wirkt auf vielfältige Weise auf den Körper ein. Dem Koffein wird aber auch eine schützende Wirkung zugeschrieben. Er soll gut für die Leber sein, Herzkrankheiten vorbeugen oder vor Diabetes und Parkinson schützen. Auch gegen Alzheimer soll Koffein schützen und sogar Krankheitssymptome wieder rückgängig machen.

Koreanische Wissenschaftler wollen nun nachgewiesen haben, was schon länger vermutet wird: Koffein schützt vor Gehirnkrebs, zumindest vor dem bösartigsten und am weitesten verbreiteten, dem Glioblastom. Wie die Wissenschaftler in ihrem Beitrag für die Zeitschrift Cancer Research sagen, hemmt Koffein die Aufnahme des intrazellulären Botenstoffs Calzium im Gehirn bei den Rezeptoren vom Typ 3 IP3 (IP3R3). Glioblastom-Zellen haben mehr Rezeptoren dieses Typs als gesunde Zellen. Da die Krebszellen diese Calzium-Signalwege nutzen, um sich auszubreiten, wird durch die Blockade der Rezeptoren auch die Ausbreitung der Krebszellen verhindert oder verlangsamt.

Die Wissenschaftler haben die Hypothese an Glioblastom-Zellkulturen und -Mäusemodellen getestet. Die Mäuse erhielten das Äquivalent von 2-5 Tassen Kaffee täglich, wodurch sich die Wahrscheinlichkeit, den gefährlichen Hirntumor zu überleben, verdoppelt habe. Kaffeetrinken bzw. die Einnahme von Koffein, so die Wissenschaftler, könne daher als Grundlage für neue Medikamente dienen, um zumindest das Wachstum des Hirntumors zu verlangsamen oder zu bremsen.

Quelle: Telepolis mnews, http://www.heise.de/tp/blogs/3/147005
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Re: Koffein gegen Glioblastom

Beitragvon Olli » Sa 27. Feb 2010, 13:16

Wer sich für die englische Originalarbeit zu dem Thema interessiert, dem sei geholfen, das Dokument kann hier abgerufen werden:
http://www.thedcasite.com/Library/Caffe ... rvival.pdf

In diesem Zusammenhang interessant ist auch, dass Koffein wohl generell das Risiko senkt, an einem hirneigenen Tumor zu erkranken:
Coffee, Tea, Caffeine Intake, and Risk of Adult Glioma in Three Prospective Cohort Studies

1. Crystal N. Holick1,
2. Scott G. Smith2,
3. Edward Giovannucci1,2,3 and
4. Dominique S. Michaud1,4

+ Author Affiliations

1.
Authors' Affiliations: Departments of 1Epidemiology and 2Nutrition, Harvard School of Public Health; and 3Channing Laboratory, Department of Medicine, Brigham and Women's Hospital, Harvard Medical School, Boston, Massachusetts; and 4Department of Epidemiology and Public Health, Faculty of Medicine, Imperial College London, London, United Kingdom

1. Corresponding Author:
Dominique S. Michaud, Imperial College London, St Mary's Campus, Norfolk Place, London, W2 1PG, United Kingdom. Phone: 0-20-75943426; Fax: 0-20-72621034. E-mail: d.michaud@imperial.ac.uk

Abstract

Current data suggest that caffeinated beverages may be associated with lower risk of glioma. Caffeine has different effects on the brain, some of which could play a role in brain carcinogenesis, and coffee has been consistently associated with reduced risk of liver cancer, thus suggesting a potential anticarcinogenic effect. A total of 335 incident cases of gliomas (men, 133; women, 202) were available from three independent cohort studies. Dietary intake was assessed by food frequency questionnaires obtained at baseline and during follow-up. Cox proportional hazard models were used to estimate incidence rate ratios (RR) and 95% confidence intervals (CI) between consumption of coffee, tea, carbonated beverages, caffeine, and glioma risk adjusting for age and total caloric intake. Estimates from each cohort were pooled using a random-effects model. Consumption of five or more cups of coffee and tea daily compared with no consumption was associated with a decrease risk of glioma (RR, 0.60; 95% CI, 0.41-0.87; Ptrend = 0.04). Inverse, although weaker, associations were also observed between coffee, caffeinated coffee, tea, and carbonated beverages and glioma risk. No association was observed between decaffeinated coffee and glioma risk. Among men, a statistically significant inverse association was observed between caffeine consumption and risk of glioma (RR, 0.46; 95% CI, 0.26-0.81; Ptrend = 0.03); the association was weaker among women. Our findings suggest that consumption of caffeinated beverages, including coffee and tea, may reduce the risk of adult glioma, but further research is warranted to confirm these findings in other populations. Cancer Epidemiol Biomakers Prev; 19(1);39–47

Quelle: http://cebp.aacrjournals.org/content/19/1/39.abstract
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