Hirntumorforum und Hirntumor-Chat

Hirntumor: Informationen und Hilfe für Betroffene und Angehörige

Parvovirus soll sich als Tumorkiller behaupten

Hier ist Platz für Pressemitteilungen rund um Hirntumoren und die Neuroonkologie, hierbei bitte Quelle mit angeben! Auch über neue Entwicklungen aus der Wissenschaft kann berichtet werden.
Forumsregeln
Hier ist Platz für Pressemitteilungen rund um Hirntumore, hierbei bitte Quelle mit angeben! Auch über neue Entwicklungen aus der Wissenschaft bzw. Neuroonkologie kann berichtet werden.

Parvovirus soll sich als Tumorkiller behaupten

Beitragvon pkw » Fr 29. Jul 2011, 20:54

Parvovirus soll sich als Tumorkiller behaupten

HEIDELBERG (gvg). Viren können Krebs verursachen. Aber können sie ihn auch bekämpfen? Am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg soll demnächst eine Studie starten, bei der ein Virus zum Einsatz kommt, das Krebszellen und nur diese vernichtet.

Parvovirus soll als Tumorkiller in klinische Studie gehen

Parvovirus: Seine Fähigkeit im Kampf gegen Krebs soll er jetzt unter Beweis stellen.

© Sebastian Schreiter / Springer

Dass Masernviren in Einzelfällen einen hemmenden Einfluss auf das Tumorwachstum haben können, wurde bereits in den 70-er Jahren beobachtet.

Später gab es ähnliche Berichte auch für andere Viren, darunter Polio- und Herpesviren. Therapeutische Konzepte ließen sich daraus nicht ableiten, weil all diese Viren nicht tumorspezifisch sind.

Mittlerweile kennt man aber auch einige Viren, die aus oft nicht völlig geklärten Gründen tatsächlich tumorspezifisch sind: "Das Parvovirus H-1PV beispielsweise vermehrt sich ausschließlich in Tumorzellen und kann diese lysieren", betonte Professor Jörg Schlehofer, Leiter der Sektion Tumorvirologie am DKFZ.

Eine darauf aufbauende Therapie sei unter anderem deswegen attraktiv, weil kaum andere Zellen in Mitleidenschaft gezogen würden, so Schlehofer.
Virus vermehrt sich im Tumorgewebe

In präklinischen Studien bei Glioblastom-Modellen hat das H-1PV-Virus, das in der Natur in Ratten vorkommt, ohne dort Erkrankungen zu verursachen, bereits aufhorchen lassen.

"Wir haben es sowohl systemisch als auch direkt in den Tumor injiziert und dabei komplette Remissionen beobachtet", so Schlehofer.

Die Virusvermehrung im Tumorgewebe konnte dabei eindeutig nachgewiesen werden. Das angrenzende Hirngewebe dagegen blieb virusfrei. Ähnliche Effekte konnten auch bei Mäusen beobachtet werden, denen menschliches Glioblastomgewebe transplantiert worden war.

"Wir wollen das Virus jetzt in einer ersten Phase I/IIa-Studie bei Glioblastom-Patienten evaluieren", betonte Schlehofer bei einer Veranstaltung von DKFZ und dem Europäischem Labor für Molekularbiologie (EMBL).

In den 90er Jahren war H-1PV in Frankreich bereits einmal bei einigen Krebspatienten in Hautmetastasen injiziert worden. "Dabei wurde keinerlei Toxizität beobachtet, doch der Ansatz wurde nicht weiter verfolgt", so Schlehofer.
Forscher planen Studien bei Glioblastom-Patienten

Ein Problem ist die Applikation. Denn das Virus fühlt sich im Menschen nicht wirklich zu Hause. Bei der Heidelberger Studie, zu der das Paul Ehrlich Institut (PEI) noch seine endgültige Zustimmung erteilen muss, soll das Virus bei Patienten mit fortgeschrittenem Glioblastom im WHO-Stadium IV nach der Operation in unterschiedlichen Konzentrationen in die Op-Höhle eingebracht werden.

Bei einem Teil der Patienten wird es zusätzlich in den zehn Tagen vor der Operation intravenös injiziert. Grundsätzliche Einwände habe das PEI in einer ersten Stellungnahme nicht gehabt, so der Virologe. "Wir hoffen, dass wir in den nächsten Monaten starten können."



Quelle :http://www.aerztezeitung.de/news/article/664588/parvovirus-soll-tumorkiller-behaupten.html
Benutzeravatar
pkw
 
Beiträge: 63
Registriert: Sa 3. Okt 2009, 23:16
Wohnort: Weimar

Hirntumor-Patient erhält Viren gegen Krebs

Beitragvon Cloony » Di 1. Nov 2011, 13:13

Quelle: Ärzte Zeitung online, 31.10.2011

"Hirntumor-Patient erhält Viren gegen KrebsHEIDELBERG (eb). Erstmals in Europa erhalten Patienten, die an einem Hirntumor erkrankt sind, in einer Studie eine Virustherapie. Vor kurzem wurde der erste Patient in Heidelberg mit Parvoviren behandelt
Seit 1992 erforscht Professor Jean Rommelaere im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) die krebstötenden Eigenschaften von Parvoviren.
Die Viren gehören mit ihren nur 20 Millionstel Millimetern Durchmesser - wie der Name schon andeutet - zu den kleinsten unter den bekannten Viren.
Parvoviren vermehren sich ausschließlich in sich teilenden Zellen und rufen bei Menschen keine ernsthaften Symptome hervor.
Die Viren bauen außerdem ihr Erbgut nicht in das Genom der infizierten Zellen ein, so dass kein Risiko besteht, zum Beispiel wachstumsfördernde Gene zu aktivieren.
infizieren die Parvoviren Nagetiere
Für seine Forschung wählte Rommelaere Parvoviren des Stamms H1, die normalerweise Nagetiere befallen, aber auch menschliche Zellen infizieren.
Der Wissenschaftler und sein Team erforschten zunächst die zellbiologischen Grundlagen des krebsabtötenden Effekts.
Anschließend zeigten sie gemeinsam mit Privatdozent Karsten Geletneky von der Heidelberger Neurochirurgischen Universitätsklinik, dass sich fortgeschrittene Glioblastome bei Versuchstieren nach einer Behandlung mit Parvoviren vollständig zurückbildeten und die Tiere signifikant länger überlebten als unbehandelte Artgenossen.
DKFZ: Therapie kann funktionieren
"Damit haben wir demonstriert, dass eine Krebsbehandlung mit Parvoviren funktionieren kann", wird Rommelaere in einer Mitteilung des DKFZ zitiert.
"An dieser Stelle wollten wir unbedingt weitermachen, weil wir die große Chance sahen, mit unserer Virustherapie auch Menschen helfen zu können, die an einem Glioblastom erkrankt sind, einem extrem bösartigen Hirntumor. Um das Projekt aber bis zur klinischen Anwendung weiterentwickeln zu können, waren wir dringend auf einen Partner angewiesen", so der Wissenschaftler.
Die erforderlichen präklinischen Studien sind zu aufwändig - selbst für eine große Forschungsinstitution wie das DKFZ."

weiter

http://www.aerztezeitung.de/medizin/art ... krebs.html
Benutzeravatar
Cloony
 
Beiträge: 201
Registriert: Sa 10. Okt 2009, 18:39

Gliomtherapie mit Viren: Patient verlässt Klinik

Beitragvon Cloony » Fr 18. Nov 2011, 12:49

http://www.aerztezeitung.de/news/articl ... ml#comment


Ärzte Zeitung, 15.11.2011


"Gliomtherapie mit Viren: Patient verlässt Klinik
HEIDELBERG (eb). Der erste Patient mit einem Glioblastom, der in Heidelberg mit onkolytischen Parvoviren behandelt wurde, hat die Therapie sehr gut überstanden.
Wie die Neurochirurgische Uniklinik Heidelberg mitteilt, wurde der Patient inzwischen aus dem Klinikum entlassen.
Insgesamt sollen in den kommenden eineinhalb Jahren noch 17 weitere Patienten in der Studie der Phase I / IIa behandelt werden.
An der Studie nehmen ausschließlich Patienten mit einem Glioblastom-Rezidiv teil. Wie online berichtet, wird die Sicherheit der Therapie geprüft.

Die Forscher in Heidelberg erhoffen sich zudem erste Hinweise für eine Wirksamkeit."



http://www.aerztezeitung.de/news/articl ... ml#comment
Benutzeravatar
Cloony
 
Beiträge: 201
Registriert: Sa 10. Okt 2009, 18:39



{ SIMILAR_TOPICS }


Zurück zu Presse und Neues aus der Wissenschaft



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste