Der Stellenwert naturheilkundlicher Verfahren in der Neuro-Onkologie ist nach Kriterien der evidenzbasierten Medizin nicht gesichert. An dieser Stelle wird auf häufig eingesetzte Präparate oder Behandlungsmethoden eingegangen, die Gegenstand aktueller Diskussionen sind:
H15 ist ein Boswelliensäuren-haltiges Präparat, das auch unter dem Namen “Weihrauchtabletten” bekannt ist und bei einer Subgruppe von Patienten mit bösartigen Hirntumoren (Gliomen) einen günstigen Einfluss auf das Hirnödem ausübt. Dass H15-Tabletten das Tumorwachstum selbst hemmen, ist beim Menschen nicht gesichert, wenngleich tierexperimentelle Daten dies nahelegen.
Johanniskraut enthält die Substanz Hypericin, die eine fotosensibilisierende Wirkung hat, d.h. dass die Substanz bei Bestrahlung mit natürlichem Licht zellschädigende Wirkung entfalten kann. Patienten, die Hypericin-haltige Präparate einnehmen, sollten deshalb stärkere Sonnenbelastung meiden. Für eine Wirksamkeit von Hypericin gegen Hirntumorzellen innerhalb des Schädels, ohne gleichzeitigen Einsatz einer Lichtquelle, gibt es keine Hinweise.
Quelle und Copyright: Neuroonkologische Arbeitsgemeinschaft (NOA)
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