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Behandlung des Glioblastoms: Spezifische Vakzine verzögert d

Medizinische Studien stellen oft die Speerspitze der Hirntumorforschung dar. Neue Therapieansätze werden so erprobt. Welche Studien gibt es und wo werden sie durchgeführt?

Behandlung des Glioblastoms: Spezifische Vakzine verzögert d

Beitragvon pkw » Mi 16. Mär 2011, 15:24

Behandlung des Glioblastoms: Spezifische Vakzine verzögert die Tumorprogression
MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Das Glioblastoma multiforme ist der häufigste Hirntumor bei Erwachsenen. Die durchschnittlichen Überlebenszeiten liegen zwischen 7,5 und 17 Monaten – je nach Alter der Patienten, Karnofsky-Index und Behandlung. Zusätzlich zur Operation, Chemo- und Radiotherapie wird die spezifische Immunisierung als neues Element einer multimodalen Strategie gegen das Glioblastom erprobt – mit gewissem, bislang aber nur passagerem Erfolg.

Forscher vom M. D. Anderson Cancer Center in Houston, Texas, haben eine Phase-II-Studie publiziert, in der die Effektivität der spezifischen Vakzinierung gegen eine Variante des Epidermal-growth-factor-Rezeptors (EGFRvIII) untersucht wurde. Die Variante wird bei circa einem Drittel der Glioblastome exprimiert. 18 Patienten mit neu diagnostizierten, EGFRvIII-positiven Tumoren (durchschnittliches Patientenalter 52 Jahre) wurden, beginnend vier Wochen nach Abschluss der Strahlentherapie, mehrfach geimpft, und zwar im Abstand von 14 Tagen. Die Vakzine besteht aus einem 13 Aminosäure langen Peptid, das die tumorspezifische Variante des EGFR einschließt. Um das Peptid immunogen zu machen, wird es an ein Trägerprotein (Keyhole Limpet Hämocyanin) gekoppelt. 17 am selben Zentrum diagnostizierte Patienten (durchschnittliches Alter: 59 Jahre; Glioblastom EGFRvIII+) erhielten die herkömmliche Standardtherapie (u. a. Temozolomid). Das durchschnittliche Gesamtüberleben in dieser gematchten Kontrollkohorte betrug 15 Monate, in der Gruppe der geimpften Patienten 26 Monate – ein statistisch hochsignifikanter Unterschied. Auch das progressionsfreie Überleben unterschied sich mit durchschnittlich 14,2 Monaten bei den Geimpften im Vergleich zu 6,3 Monaten bei Ungeimpften hochsignifikant (HR 2,4; p = 0,013).

Die Vakzine löste spezifische humorale und zelluläre Immunantworten aus ohne klinisch relevante Autoimmunreaktionen. Bei allen Patienten allerdings rezidivierte der Tumor, und bei den Geimpften waren diese Malignomzellen meist EGFRvIII-negativ.

Fazit: Eine Immunisierung gegen EGFRvIII, zusätzlich zur Standardtherapie, verlängerte in einer Phase-II-Untersuchung das Überleben von Patienten mit EGFRvIII-positivem Glioblastom vorübergehend. Beim Rezidiv hatten sich unter dem Selektionsdruck der Immunantwort offenbar vor allem EGFRvIII-negative Tumorzellen vermehrt. „Die Arbeiten mehrerer Forschergruppen weisen darauf hin, dass sich in ähnlicher Weise Immuntherapien für den Großteil der Betroffenen entwickeln lassen“, lautet der Kommentar des Neurologen Prof. Dr. med. Michael Weller vom Universitätsspital Zürich.


Quelle :http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=suche&p=glioblastom&id=80592
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